LEAN MANAGEMENT: Führung entscheidet – und nicht der Tool-Koffer

Am 24. und 25. April fand in München zum zweiten  Mail die LEAN Konferenz – veranstaltet von der WEKA-Akademie und KUDERNATSCH Consulting & Solutions – statt mit dem Themenschwerpunkt: Führung in Veränderungsprozessen. 

Nach der Einführung von Lean Management, wenn in Unternehmen wieder der „normale“ Alltag herrscht, ziehen sie oft eine erste Bilanz und fragen sich: Was hat Lean uns nun gebracht? In unserer Beratungspraxis erleben wir oft, dass die ernüchternde Antwort lautet: Die erhoffte Wirkung der Wunderwaffe Lean blieb aus: ein nachhaltiger Effekt stellte sich nicht ein.

Im Fokus: Veränderungsprozesse, Leadership und Mindsetting

Deshalb war für uns, als wir nach der ersten LEAN Konferenz 2017 mit der WEKA Akademie überlegten, welche inhaltlichen Schwerpunkte wir 2018 setzen wollten, schnell klar: Die Konferenz muss sich, um den Themenkomplex Veränderungsprozesse, Leadership und Mindsetting gehen.

Als fachliche Leiterin der Konferenz freut es mich, dass wir mit diesem Fokus bei der LEAN Konferenz 2018 offensichtlich ins Schwarze trafen. Doppelt so viele Teilnehmer wie Vorjahr kamen und die offene und lebendigte Diskussion machte die Konferenz zu einer echten Plattform für Lean-Management-Experten und -Einsteiger.

 Vertreter von nicht weniger als elf Unternehmen berichteten an den beiden Konferenztagen in Vorträgen über ihre Lean-Praxis und Lean-Projekt-Erfahrungen. Aber auch intensives Training hatte im Konferenz-Programm Raum. Praxisnahes Wissen lieferten zudem die in die Konferenz integrierten Workshops und Seminare.

 

 

Ohne Leadership verpufft die Wirkung jedes noch so gut gefüllten Methodenkoffers

In den Diskussionen sowie Workshops und Seminaren während der Konferenz zeigten sich Teilnehmer und Referenten einig: Ohne Leadership verpufft die Wirkung jedes noch so gut gefüllten Methodenkoffers. Dass das Management eine Schlüsselrolle für den Projekterfolg hat – gerade in Zeiten, in denen die Unternehmen Antworten auf die Herausforderungen der Digitalisierung finden müssen – führte Marek Bogstedt, (WMF Group GmbH) in seinem Eingangsreferat, „Industrie 4.0 braucht die richtige Organisation“ aus. Dazu gehöre es, die individuellen Stärken der Menschen zu erkennen und zu fördern, betonte der Leiter des WMF Werks in Geislingen und eines Werks des Tochterunternehmens Schaerer AG in Zuchwil, und warb mit diesem Statement bei den Führungskräften dafür, den Mitarbeitern mehr Entscheidungskompetenz zuzutrauen.

Was muss das Management leisten?

Ein Appell von Tihomir Zadro, Senior Consultant von TQM Training & Consulting, in seinem Schlussstatement einer sehr spannenden Podiumsdiskussion zum Thema „Leadership und Veränderungskultur“ lautete: „Wir müssen so denken: Wie werden wir Weltklasse?“ Dabei sei es Aufgabe des Managements, diesen Spirit in den Menschen zu wecken. Dr. Christian Hinsel, Vice President der Hirschvogel Holding GmbH, und Hakan Asoy, Teamleiter bei Beck. Media.Solutions, wünschten sich in diesem Zusammenhang, ein sichtbares und klares Statement des Managements zu den Werten von Lean Leadership. Es brauche Konsequenz in der Verankerung und Umsetzung, und es müsse für die Mitarbeiter spürbar sein: Das Management trägt den Veränderungsprozess voll mit.

Workshops u.a. Führen und Coachen am Shopfloor

Was heißt Führen und Coachen am Shopfloor, welche Tools unterstützen Führungskräfte beim Shopfloor Management und wie wird ihre Einsatz zur Routine? Unser Lean Senior Consultant Jochen Sturm vermittelte den Teilnehmern in dem von KUDERNATSCH Consulting & Solutions angebotenen Workshop die Grundlagen für ein lebendiges Shopfloor Management als Instrument für einen nachhaltigen Verbesserungsprozess.

Der sich der Konferenz anschließende Seminartag bot die Gelegenheit, einzelne in den Workshops vorgestellte Methoden zu vertiefen. In dem von KUDERNATSCH angebotenen Seminar zum Kata Coaching profitierten die Teilnehmer von Rollenspielen, in denen die Führungsroutine zur systematischen und kontinuierlichen Problemlösung praktisch trainiert wurde.

 

Was mich bei der LEAN Konferenz 2018 besonders beeindruckte, war das große Verständnis der Teilnehmer dafür, dass der Erfolg von Lean Management im Unternehmen weniger davon abhängt, wie gut gefüllt der Methodenkoffer ist, sondern davon: Welches Selbstverständnis haben die Führungskräfte?

Ihre Daniela Kudernatsch

 

 

 

Ein erfolgreiches Format

Björn Panne ist Produktmanager der WEKA Akademie und verantwortet dort die Themen Lean Management und Qualitätsmanagement im Seminar- und Konferenzbereich. Mit ihm werfen wir einen kurzen Blick zurück auf die LEAN Konferenz 2018 und geben einen kleinen Ausblick auf 2019.

Herr Panne, wie sieht Ihre persönliche Bilanz zur LEAN Konferenz 2018 aus?

Es war eine runde Tagung, mit vielen interessanten Eindrücken, zufriedenen Teilnehmern, guten Vorträgen und Workshops. Die Stimmung vor Ort war von einem positiven Spirit getragen.

Was war Ihr Highlight?

Das ist eine schwierige Frage für einen Veranstalter: Für mich besonders spannend war, wie das Trendthema Agilität und Lean zusammentreffen und zusammenwachsen. Auch, dass die Themen Führung und Kommunikation in der gesamten Lean-Entwicklung nach wie vor einen hohen Stellenwert haben, und während der Tagung so rege diskutiert wurden, hat mich sehr beeindruckt.

Die LEAN Konferenz ist ja noch ein recht junges Format, das die WEKA Akademie anbietet. Wie beurteilen Sie die Entwicklung der Veranstaltung und welche Akzente möchten Sie in 2019 setzen?

Wir haben eine sehr schöne Entwicklung genommen. Im Vergleich zu anderen Formaten ist es unser Anspruch, den Menschen mehr in den Mittelpunkt als Systeme und Methoden zu stellen. Wir möchten wirklich das Thema Veränderung in den Unternehmen angreifen und das scheint uns gut zu gelingen. Wir freuen uns, dass diese Ausrichtung den Mittelstand erreicht, wir aber durchaus auch bis in die Großunternehmen hineingreifen.

Natürlich denken wir jetzt schon an 2019. Ich denke, wir werden den interaktiven Teil der LEAN Konferenz noch stärker in den Fokus nehmen. Denn darin liegt ein großer Mehrwert für die Teilnehmer. Ohne jetzt schon zu viel zu verraten, werden wir bei der dritten LEAN Konferenz im kommenden Jahr inhaltlich sicher an die Themen Führung, Kultur und Veränderungsprozesse anknüpfen.

Herr Panne, zum Abschluss bitte noch ein Wort zu Ihrer Zusammenarbeit mit KUDERNATSCH Consulting & Solutions, in deren Hände die fachliche Leitung der LEAN Konferenz liegt.

Es gehört grundsätzlich zu unserem Konzept, dass wir eine fachliche Leitung für unsere Tagungen haben, die Inputgeber ist und uns mit den Branchen vernetzen kann. Gemeinsam mit den Experten entwickeln wir den roten Faden der Tagungen. Daniela Kudernatsch ist quasi vom ersten Tag der Planung der LEAN Konferenz mit dabei und ist Miterfinderin dieses Formats. Wir und die Teilnehmer profitieren von ihrem enormen Fachwissen und ihrem hervorragenden Netzwerk in der Lean-Branche. Uns verbindet außerdem der Anspruch, mit diesem Format nicht nur Best Practice auf High Level zeigen zu wollen. Wir möchten den Blick weniger auf Leuchtturmprojekte sondern mehr auf realistische Beispiele lenken, von denen die Teilnehmer der Tagung tatsächlich profitieren, indem sie erfahren, wo die Hürden sind und wie man damit umgeht.

Vielen Dank für das Gespräch.

 

 

Stimmen und Impressionen von der LEAN Konferenz 2018

 Wichtige Impulse von Beratern

Dr. Daniela Kudernatsch, Geschäftsführerin von KUDERNATSCH Consulting & Solutions, appellierte zu Beginn der Tagung an die Teilnehmer: „Stecken Sie lieber 80 Prozent Ihres Engagements in das Verbessern des Verständnisses der Mitarbeiter für das Thema Lean und in das Handeln der Führungskräfte, als sich zu sehr um Werkzeuge und Methoden zu kümmern.“

 Packende Vorträge von Praktikern aus den Unternehmen

Welche Rolle übernimmt HR im Lean Management? Auf diese Frage gab Andreas Bauer, Head of HR bei Roto Frank, Antworten aus der Unternehmenspraxis in seinem Vortrag „Shopfloor Management: HR auf dem Weg zu Lean Excellence“.

Der Mensch im Mittelpunkt: Roland Gmainer, Leitung Qualitätsmanagement bei der Wacker Neuson Group, gab interessante Impulse aus der Psychologie und Neurowissenschaft für ein besseres Lean Leadership. 

Intensives Training und lebhafte Diskussionen über Lean-Themen